DEUnbemannte Systeme· Quelle: Drones Magazin
Mit Drohnen Zeit sparen und das Klima schonen
KI-Zusammenfassung
Der internationale Warenverkehr ist ein hartes Geschäft. Termin- und Preisdruck setzen vor allem Logistikdienstleistern und Infrastrukturbetreibern zu. Liegezeiten großer Transportschiffe zu verkürzen, liegt daher gleichermaßen im Interesse von Reedereien und Häfen. Vor allem dann, wenn über Stunden weder be- noch …
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Der internationale Warenverkehr ist ein hartes Geschäft. Termin- und Preisdruck setzen vor allem Logistikdienstleistern und Infrastrukturbetreibern zu. Liegezeiten großer Transportschiffe zu verkürzen, liegt daher gleichermaßen im Interesse von Reedereien und Häfen. Vor allem dann, wenn über Stunden weder be- noch entladen werden kann, weil die Ladung vorab im Labor überprüft und freigegeben werden muss. Wie das Ganze beschleunigt werden könnte, hat UAS-Service-Provider ADLC in Singapur demonstriert. Wenn Lkw nicht unterwegs sind, lässt sich mit ihnen nichts verdienen. Wenn Flugzeuge am Boden stehen oder Schiffe in Häfen liegen, bringen sie nicht nur kein Geld ein. Es entstehen sogar zusätzliche Kosten durch Park- oder Liegegebühren. Vor allem in den großen internationalen Seehäfen sind die Zeitpläne daher eng getaktet. Kaum haben Containerschiffe festgemacht, beginnt auch schon deren Entladung. Und nach wenigen Stunden machen sich die „dicken Pötte“ dann wieder auf den Weg. Freigabe zur Entladung abwarten Je kürzer die Liegezeit, desto geringer die Kosten für die Reedereien und desto schneller steht der Anlegeplatz für das nächste Schiff bereit, das Geld in die Kassen der Hafenbetreiber spülen kann. Doch während Be- und Entladung bei Containerschiffen aufgrund standardisierter Prozesse und Technologien sowie einer ausgeklügelten Logistik in beinahe rasantem Tempo funktioniert, fallen bei Tankschiffen häufig Zeiten an, in denen scheinbar nichts passiert. Denn wenn Chemikalien oder Rohöl angeliefert werden, müssen die Stoffe zunächst von einem unabhängigen Labor untersucht werden, ehe die Freigabe zur Entladung erteilt wird. Das dient zum einen der Qualitätskontrolle, da der Empfänger die Katze natürlich nicht im Sack kaufen will. Und zum anderen muss ausgeschlossen werden, dass es in den gigantischen Tankanlagen an Land zu ungewollten chemischen Reaktionen kommt, wenn Stoffe aufeinandertreffen, die nicht vermischt werden dürfen. ADLC möchte im hochfrequentierten Hafen von Singapur den Probentransport von Tankschiffen ins Analyselabor beschleunigen Wenn die Proben entnommen wurden, müssen sie bisher per Boot oder Pkw in das beauftragte Labor befördert werden. In den großen, zum Teil staugeplagten Hafenanlagen kann allein der Transport schon bis zu zwei Stunden dauern – oder länger. In Antwerpen, dem nach Rotterdam in puncto Containerumschlag zweitgrößten Hafen Europas, fliegt UAS-Service-Provider ADLC (A Drone Logistics Company) seit 2024 Proben per unbemannten Flugsystemen von der Entnahmestelle zum Labor. Neben einer Reihe an gemäß SORA-Verfahren genehmigten BVLOS-Flugrouten innerhalb des Antwerpener Hafengebiets verfügt ADLC seit März 2026 über ein von der EASA ausgestelltes „Light UAS Operator Certificate“ – der nach eigenen Angaben weltweit einzigen Zertifizierung dieser Art, die den Transport von Gefahrstoffen wie Chemikalien und Mineralöl beinhaltet. Enormes Potenzial zur Effizienzsteigerung Was im belgischen Antwerpen bereits tägliche Praxis ist, soll nun auch in Singapur etabliert werden, einem der weltweit bedeutendsten Umschlagplätze für Rohölprodukte und einem der am höchsten frequentierten Seehäfen der Welt. Die erforderlichen Genehmigung der Civil Aviation Authority of Singapore (CAAS) auf Basis der EASA-Zertifizierung liegt bereits vor. Mit einem ersten Demonstrationsflug wurde dort heute gezeigt, wie das Ganze im Regelbetrieb funktionieren kann. Der Erstflug in Anwesenheit von Vertreterinnen und Vertretern von CAAS und EASA, der Maritime and Port Authority of Singapore (MPA) sowie verschiedenen Institutionen der maritimen Wirtschaft Singapurs fand noch mit einer Laungsattrappe statt. Doch Start- und Zielort sowie sämtliche Prozesse waren so gewählt, dass sie einem späteren Regelbetrieb entsprechen. So soll verdeutlicht werden, dass im Vergleich zu traditionellen Transportwegen nicht nur jede Menge klimaschädliche CO2-Emmissionen eingespart werden können, sondern dass die Wartezeit zwischen Probenentnahme und Ladungsbeginn um bis zu zwei Stunden verkürzt werden kann. Bei 22.000 bis 24.000 Tankschiffen, die pro Jahr in Singapur abgefertigt werden, ein enormes Potenzial zur Effizienzsteigerung. Arthur Baeyens ist Managing Director APAC bei A Drone Logistics Company (ADLC) Für die etwa 13 Kilometer lange Route wurde eine VTOL-Drohne des Typs Orca, hergestellt vom deutschen Unternehmen Phoenix-Wings, eingesetzt. Diese startete vom Maritime Drone Estate (MDE), einem von der MPA initiierten UAS-Hub auf der Hauptinsel Singapurs, und landete auf der vorgelagerten Insel Pulau Sebarok, einem zentralen Knotenpunkt für die Lagerung, Verarbeitung und den Export von Erdölprodukten und Chemikalien. Mit Singapur betritt ADLC eine der international bedeutendsten Bühnen, wenn es um Logistikdienstleistungen für die maritime Hafenwirtschaft geht. Und damit einen der am härtesten umkämpften Märkte – auch mit Blick auf den Einsatz von Drohnen. So sind UAS-Dienstleister wie Skyport Drone Service, F-Drones, Garuda Robotics oder auch ST Engineering vor Ort engagiert. Neben Inspektions- und Überwachungsmissionen geht es diesen Unternehmen darum, Schiffe mit Ersatzteilen, Dokumenten oder Medikamenten zu versorgen. Aber auch der Transport von Laborproben steht – zumindest perspektivisch – auf der Agenda. Gleichzeitig sind in Singapur sämtliche bedeutenden Reedereien, Speditionen und Mineralölkonzerne vertreten. Wer hier überzeugt, kann darauf hoffen, auch an allen anderen bedeutenden Hafenstandorten der Welt wahrgenommen zu werden. „Es gibt in Asien einfachere Orte für einen ersten Demonstrationsflug und Lufträume mit weniger Verkehr“, weiß Arthur Baeyens, Managing Director APAC bei ADLC. „Wir haben uns für Singapur entschieden, weil es die größte Herausforderung darstellt. Wenn ein Logistikverfahren hier – am weltweit geschäftigsten Knotenpunkt für die Schiffsbetankung und vor den Augen derer, die den Betrieb tatsächlich leiten – überzeugt, dann funktioniert es überall.” Netto-Gewinn durch Zeitersparnis Neben der technischen Machbarkeit dürfte die potenziellen Kundinnen und Kunden in Singapur und andernorts vor allem interessieren, ob das Gesamtpaket aus Zeitersparnis und Kosten schlussendlich überzeugen und Vorteile im Vergleich zu den bisher genutzten Transportwegen mit sich bringen kann. Zwar steht der exakte Preis für einen Probentransport per Drohne noch nicht endgültig fest, doch bei ADLC hat man sich zum Ziel gesetzt, zumindest nicht teurer als per Boot oder Pkw zu sein. Damit die potenzielle Kundschaft am Ende von der Zeitersparnis profitieren kann, ohne einen Teil des Effizienzgewinns in höhere Kosten für die Transportdienstleistung investieren zu müssen. Des Weiteren arbeitet man bei ADLC daran, künftig bereits Proben von Bord der Schiffe abholen zu können, ehe diese überhaupt im Hafen festgemacht haben. Denn das würde noch einmal eine zusätzliche Zeitersparnis bedeuten. Nicht nur für potenzielle Partnerinnen und Partner in Singapur. „Wir führen derzeit konkrete Gespräche, um dieses Modell – den direkten Transport vom Terminal ins Labor – sowie zahlreiche weitere Anwendungsfälle auf andere Häfen und Offshore-Standorte in der gesamten Region auszuweiten“, wirft Arthur Baeyens einen Blick voraus. „Die Infrastruktur steht, die Abläufe sind bewährt, und jede neue Route lässt sich schneller in Betrieb nehmen als die vorherige. Singapur ist der erste Standort in der APAC-Region. Es wird nicht der Letzte sein.“ Der Beitrag Mit Drohnen Zeit sparen und das Klima schonen erschien zuerst auf Drones .
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